Sie kennen noch den Android Data aus der Fernsehserie Star Treck? Ein Wesen, das in seinem Innern aus Technik besteht, aber wie ein Mensch funktioniert, allerdings ohne Gefühle zu kennen. An Data fühlte ich mich erinnert, als ich zu einem der Infopunkte auf der ITB in Berlin kam. Dort stand eine Messehostess, vielleicht auch eine Stewardess, die Erklärungen zu verschiedenen Bereichen der Messe abgab, begleitet von Mimik und Gestik.

Zukunft der Arbeitswelt? Schrecken auf der #ITB.

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Will ich das haben?

Will ich das wirklich haben? Diese Frage habe ich mir unweigerlich gestellt. Obwohl ich sonst immer gerne zur neuesten und modernsten Technik greife, scheint die Wissenschaft hier einmal mehr auf dem Weg, in einen Grenzbereich vorzudringen. Kommunikation und die Fähigkeit dazu ist zunächst einmal eine durchaus menschliche. Wenn dies nun von Computern übernommen wird, stellt sich die Frage, wohin das alles führen soll? Noch ist es erforderlich, diesem Computerwesen Fragen über ein Display zu stellen. Wie lange wird es noch dauern, bis es unmittelbar auf meine Fragen reagieren und antworten kann? Sicherlich wird die Wissenschaft auch dazu in der Lage sein die zum Teil noch stockenden, puppenartigen Bewegungen der Figur geschmeidiger zu gestalten. Auch die Mimik ist verbesserungsfähig und wird irgendwann weniger gekünstelt erscheinen. Dann wird sie vor mir stehen, die fast perfekte Frau. Allerdings bleibt sie eine Frau ohne Gefühl, ein Eisblock ohne Emotionen, vollständig von der Ratio, die ihr jemand ins „Gehirn“ programmiert hat, geprägt.

Die Arbeitspuppe

Darüber hinaus führt es dazu, dass unsere Arbeitswelt ebenfalls Gefahr läuft, dass Androiden zukünftig eine Rolle in ihr spielen werden. Austauschbare Puppen, deren Sprachfähigkeitsmodule Begriffe wie Mindestlohn, Lohnerhöhung, Gleichberechtigung und Arbeitnehmerrechte einfach nicht im Programm haben werden. Puppen die in dem Moment ausgewechselt werden, in dem das System einen Leistungsabfall feststellt, die nie krank werden und frei von allen psychischen und physischen Belastungen sind.

Kritisch auf Veränderungen schauen

Vielleicht ist es nur eine Vision, die sich bei der ITB vor meinen Augen entfaltet hat? Vielleicht ist es nicht wert, länger darüber nachzudenken. In einer Gesellschaft allerdings, in der man das Gefühl hat, dass ein Rückgang an Werten und an Menschlichkeit an vielen Stellen auf dem Vormarsch zu sein scheint, ist es erforderlich, zumindest den Blick für solche Veränderungen zu schärfen. Irgendwann werden wir sonst von Robotern regiert werden, sie werden an Arbeitsplätzen unsere Vorgesetzten sein und uns jederzeit und überall ersetzen können. Eine schreckliche Vision.

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

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