Schloss Seehof liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Bamberg bei Memmelsdorf. Wer ohnehin in der Region unterwegs ist, sollte sich die Anlage unbedingt ansehen. Das Schloss selbst ist sehenswert, der eigentliche Grund für einen Besuch ist für mich aber der Park.
Die ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Schon von außen fällt die klare, fast kompakte Architektur mit den vier Ecktürmen auf. Im Vergleich zu anderen barocken Schlossanlagen wirkt Seehof zunächst weniger überwältigend. Gerade das macht aber einen Teil seines Reizes aus. Die Anlage erschließt sich nicht auf einen Blick, sondern beim Rundgang.
Im Schlosspark wechseln sich breite Sichtachsen, alte Baumalleen, Wasserbecken und kleinere, etwas versteckt liegende Gartenbereiche ab. Man kann hier gut zwei oder drei Stunden verbringen, ohne das Gefühl zu haben, ständig ein festes Besichtigungsprogramm abarbeiten zu müssen.

Besonders sehenswert ist die große Kaskade. Sie liegt dem Schloss gegenüber und bildet gemeinsam mit den Gartenachsen das zentrale Motiv der Anlage. Während der Sommermonate finden dort zu bestimmten Zeiten Wasserspiele statt. Dann wirken die Figuren, Treppen und Wasserbecken noch einmal ganz anders als im trockenen Zustand.
Eindrucksvolle Kaskade
Für Fotografen bietet Schloss Seehof eine ganze Reihe guter Motive. Der klassische Blick auf das Schloss gehört natürlich dazu. Interessanter fand ich allerdings die Perspektiven von der Kaskade zurück auf die Schlossanlage. Von dort erkennt man besonders gut, wie konsequent Park, Wasserflächen und Architektur aufeinander bezogen sind.
Auch die Details lohnen sich. Die barocken Figuren, die Sandsteinoberflächen, die schmiedeeisernen Gitter und die alten Alleen bieten genügend Stoff für eine längere Fototour. Wer mit einem Teleobjektiv unterwegs ist, kann einzelne Skulpturen sehr schön vom Hintergrund lösen. Mit einem Weitwinkel lassen sich dagegen die Symmetrien der Gartenanlage gut erfassen.
Die Innenräume können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Sehenswert ist insbesondere der Weiße Saal. Für einen reinen Fotoausflug würde ich den Schwerpunkt aber klar auf den Außenbereich legen. Der Park ist abwechslungsreicher und bietet mehr Möglichkeiten, sich eigene Blickwinkel zu suchen.
Vor oder nach dem Besuch bietet sich durchaus auch der Besuch des kleinen Restaurants und Cafés mit einer gemütlichen Außengastronomie an. Hier findet man zu angemessenen Preisen ein reichhaltiges Speisenangebot.
Der Traum von einem Bierkeller ist nicht weit
Nach dem Besuch in Seehof bietet sich ein kleiner Abstecher nach Buttenheim an. Die Fahrt dauert nicht lange und führt zu einem Ziel, das gut zu einem fränkischen Ausflugstag passt: dem St.-Georgen-Keller.
Der Bierkeller liegt etwas oberhalb des Ortes. Unter alten Bäumen sitzt man dort an einfachen Holztischen und hat einen weiten Blick in die Landschaft. Ausgeschenkt wird Bier der St. GeorgenBräu. Dazu gibt es die typischen fränkischen Kellergerichte und Brotzeiten.
Der Keller ist kein inszeniertes Ausflugsziel, sondern ein klassischer fränkischer Bierkeller. Genau das macht ihn angenehm. Nach einigen Stunden im Schlosspark kann man hier gut sitzen, die Bilder des Tages noch einmal durchsehen und den Ausflug in Ruhe ausklingen lassen.
Unterschiedliche fränkische Impressionen
Die Kombination aus Schloss Seehof und Buttenheim funktioniert deshalb so gut, weil sie zwei sehr unterschiedliche Seiten Frankens miteinander verbindet: auf der einen Seite die sorgfältig geplante barocke Schloss- und Gartenanlage, auf der anderen Seite ein bodenständiger Bierkeller ohne großen Aufwand. Und wo finfdet man noch einen halben Liter Kellerbier im Steinkrug für 3,50 Eoro.



















