Als jemand, der viele jahre in Köln gearbeitet hat, pflegt man seine rheinischen Vorurteile. Man trinkt Kölsch, man liebt den Rhein – und man fährt selbstverständlich nicht nach Düsseldorf. So jedenfalls die Theorie. Jetzt hat es mich dann doch einmal dorthin gezogen. Und, ich gestehe: Es war überraschend schön.
Altbier – gar nicht so böse, wie gedacht
Natürlich kam sofort ein Glas Altbier im Uerige auf den Tisch. Ich war vorbereitet auf einen Angriff auf meine Geschmacksknospen. Doch siehe da: Es war gar nicht so schlimm. Herb, ja, aber irgendwie angenehm – wie ein ernsthafter Freund, der nicht ständig Witze macht, sondern einfach da ist.

Die Altstadt – ein fröhliches Labyrinth
Die Düsseldorfer Altstadt trägt den stolzen Beinamen „längste Theke der Welt“. Und tatsächlich: Egal, wohin man läuft, man steht vor einer neuen Tür, hört Musik, Gelächter, Stimmengewirr. Man kann sich dort wunderbar verlieren – und hat das Gefühl, die Nacht will gar nicht enden.
Der Rhein – verbindender Schatz
Am Rheinufer zu sitzen, ist in Köln ein Ritual. Aber auch in Düsseldorf lohnt es sich. Die Promenade ist weitläufig, voller Leben, und der Blick auf den Sonnenuntergang hat etwas Beruhigendes. Man merkt: Der Fluss verbindet mehr, als dass er trennt.
Die Menschen – herzlich überraschend
Ich hatte mir die Düsseldorfer ein bisschen distanzierter vorgestellt. Stattdessen wurde ich freundlich begrüßt, man kam schnell ins Gespräch, und ich bekam Tipps, wo man die schönsten Ecken findet. Kurz gesagt: Offen, sympathisch, unkompliziert.
Die Kö – ein Spaziergang im Schaufenster
Über die Königsallee zu laufen, fühlt sich ein bisschen an, als hätte jemand ein Modemagazin aufgeschlagen und in die Stadt gestellt. Viel Glanz, viel Eleganz, und zwischendurch gemütliche Cafés. Kaufen muss man dort nichts – gucken reicht völlig.

Der Medienhafen – ein Spielplatz für Fotografen
Mein persönliches Highlight war der Medienhafen. Moderne Architektur trifft auf Wasser, Glas und Stahl spielen mit Licht und Spiegelungen. Die berühmten Gehry-Bauten wirken fast lebendig. Wer gerne fotografiert, kommt dort nicht mehr weg – jede Ecke ist ein Motiv.
Fazit
Düsseldorf ist für Kölner und alle, die die Domstadt lieben, so etwas wie ein ungeliebter Cousin: Man zieht gerne ein bisschen über ihn her, aber wenn man ihn besucht, merkt man schnell – eigentlich ist er ein ziemlich guter Gastgeber.
Ein Ausflug lohnt sich also durchaus. Nur eines bleibt klar: Zu Hause im Herzen gibt es für mich weiterhin Kölsch.





















