Lanzarote ist vielleicht nicht die schönste Insel der zu Spanien gehörenden Kanaren. Dieser Eindruck entsteht allerdings nur beim ersten Weg vom Flughafen zu den Hotels.  Erschließt man die Insel und ihre bizarre Schönheit für sich,  findet man hier unglaublich interessante Einblicke in geologische Phänomene und beeindruckende sich in die Landschaft einpassende Bauwerke.

Beeindruckende Vielfalt

Lanzarote bietet eine Fülle beeindruckender Attraktionen, die der Inselbesucher einfach gesehen haben muss.

Die einzigartige Architektur an vielen Stellen, verdankt Lanzarote dem  großen Sohn der  Insel, César Manrique (*1919 in Arrecife, Lanzarote; † 25. September 1992 in Tahíche, Lanzarote;). Er war Maler, Architekt und Bildhauer. Als aktiver Umweltschützer hat er das Bild der Kanareninsel nachhaltig geprägt.

El Golfo

Das Fischerdörfchen El Golfo ist nicht nur durch seine Restaurants und die wunderbaren Sonnenuntergänge bekannt. Es bietet einen einmaligen Blick auf eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lanzarotes. In dem zum Teil im Meer versunkenen Krater des Vulkans Montaña de Golfo hat sich eine grüne Lagune gebildet. Die Algen der Lagune sorgen für die markante grüne Farbe des kleinen Sees.

Nationalpark Timanfaya

Einen Einblick in die vulkanische Geschichte der Insel gewinnt man im Nationalpark Timanfaya. Die Kraterreste und Hügel heißen Montañas del Fuego (Feuerberge). Vor nahezu 200 Jahren gab es die letzten Vulkanausbrüche auf der Insel. Bei einer Bustour durch Timanfaya eröffnen sich immer wieder neue, eindrucksvolle Blicke in die weite Lavalandschaft. In einer beeindruckenden Demonstration wird während der Tour durch einen Guide Wasser in ein senkrecht im Boden eingelassenes Rohr gegossen. Da die Temperatur wenige Meter unter der Erdoberfläche über 400 °C beträgt, entsteht eine explosionsartig empor schießende Dampffontäne. Dazu sieht man brennende Dornbüsche und kann ein Stück des Weges auf einem Kamel bewältigen.

Jameos del Agua

Jameos del Agua heißt eine ebenfalls von César Manrique im Jahr 1966 geschaffene Kunst- und Kulturstätte. In der teilweise eingestürzten Lavahöhle ist durch den Architekten ein Pool mit Restaurants und Veranstaltungsmöglichkeiten geschaffen worden.

Sommer 2009 646

Doch auch das weitere System der Lavaröhre ist einen Besuch wert. Die begehbare Höhle Cueva de los Verdes gehört zu den interessantesten Attraktionen der Insel. Sie besteht aus zwei übereinander liegenden langen Lavaröhren und ist auf einer Länge von etwa einem Kilometer begehbar. Die indirekte Beleuchtung in der Höhle und einzigartige Spiegelungen sorgen für ein echtes Urlaubserlebnis.

La Geria

Im Weinanbaugebiet von La Geria kann man eine besondere Art des Weinbaus entdecken. Durch die Vulkanausbrüche und den Ascheregen im 18. Jahrhundert entstand hier ein Gebiet mit mächtigen grobporigen Lapillischichten. Sie haben eine Dicke von bis zu 2,5 Metern. Durch sie gräbt man sich an die fruchtbaren Bodenschichten heran und setzt in die trichterförmige Vertiefung jeweils eine Pflanze. Die Lapillischicht sorgt dafür, dass Wasser schnell in den mit Wurzeln durchzogenen Boden versickert. So erhält die Rebe die notwendige Menge Wasser. Die Lavasteine die im Halbkreis als Schutz um die niedrig wachsenden Reben gelegt werden, sorgen für einen entsprechenden Windschutz.

In dieser begünstigten Umgebung entstehen Rebsorten wie Moscatel und Malvasier. Lohnenswert ist auch die Besichtigung der ältesten Weinkellerei der Kanaren, El Grifo mit dem angegliederten Weinmuseum. Bei Rundfahrten in dieser Gegend wird oft auch der Besuch einer Aloe Vera Farm mit angeboten.

Jardin de Cactus

Selbstverständlich ebenfalls ein Werk von Manrique ist der Kakteengarten Jahrein de Cactus.  Er ist die letzte große Hinterlassenschaft des Künstlers an seine Insel. 1989 begann Manrique damit, den Botanischen Garten in einen ehemaligen Steinbruch hineinzubauen.  Hier findet man auch eine große klassische Gofio-Mühle. Wie beim Weinanbau ist auch hier der Boden mit vulkanischem Lapilli bedeckt.  Auf mehr als 5000 m² gedeihen über 10.000 Exemplare von 1400 unterschiedlichen Kakteen.

 

Mirador des Rio

Der Mirador del Río oberhalb der Steilküste Lanzarotes ist ein absolutes Muss beim Besuch der Insel. Der Aussichtspunkt wurde  von César Manrique (von wem sonst) entworfen und gestaltet. Hier gibt es keine Ecken oder rechte Winkel. Alles ist rund und die großflächigen Panoramascheiben im Café bieten einen ebenso wunderbaren Weitblick wie die Panoramaterrasse. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Meerenge Río und auf die naheliegende Insel La Graciosa. In dieser Region findet man auch die ältesten Salinen der Kanaren.

 

Fazit

Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu bestaunen, wenn man Lanzarote für sich entdecken will. Dazu später mehr in einem zweiten Teil. Aber eines ist auf jeden Fall klar. Lanzarote ist mehr als nur einen Besuch wert.

(Fotos: Heinrich Wullhorst in den Jahren 2008 und 2009)

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

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