Start mit Hindernissen – 1001 Nacht 2.0 – Teil 2

Unsere Tour in den Orient beginnt mit Hindernissen. Schuld daran ist in erster Linie Saudi-Arabien, aber auch der Hinflug mit der Qatar-Airways bereitet Probleme. Eine Begegnung mit dem Schiffsarzt kann teuer werden.

Aber der Reihe nach: Aus einem unerfindlichen Grund hat TUI-Cruises eine Stadt in Saudi-Arabien mit in die Route genommen. Warum man sich dafür entschieden hat, löst bei den Reisenden und in diversen Foren unterschiedlichste Spekulationen aus. Favorit der Denksportaufgabe ist das liebe Geld. „Wie viel Kohle die wohl von den Saudis bekommen haben?“, fragen viele. Mit der Destination verbunden ist zunächst einmal die Ankündigung einer uneingeschränkten Visumspflicht. Die soll nicht nur für diejenigen gelten, die es sich nicht verkneifen können, dort einzureisen, sondern für das gesamte Schiff. Wir beantragen also das Visum bereits Mitte November, um dann kurz darauf zu erfahren, dass die Visumspflicht doch nur die betrifft, die physisch nach Saudi-Arabien einreisen wollen. Dann beginnt das große Zittern. Bezahlt ist alles, was aber nicht heißen muss, dass das Visum auch kommt. Zwei Tage vor unserer Abreise ploppt eine E-Mail mit arabischen Schriftzeichen auf: Tatsächlich, das Visum ist da.

Ähnlich abenteuerlich gestaltet sich die Sitzplatzbuchung bei der Fluglinie aus Qatar. Will man im Flugzeug nebeneinandersitzen, sollte man sich nicht auf den Zufall beim Check-In verlassen. Korrigieren lässt sich der Zufall, wie eigentlich immer: mit Geld. Irgendwie hat man das Gefühl, fast jede Fluggesellschaft lässt sich inzwischen den bereits gebuchten Sitz gerne noch einmal bezahlen. Bei der Qataris sind es fast 30 Euro pro Flug pro Personen für den normalen Sitzplatz bei der Vorabbuchung. Für Plätze mit mehr Beinfreiheit darf man dann auch gerne den dreifachen Betrag überweisen.

Nachtflug ab Frankfurt

Kurz vor dem Abflug in Frankfurt.

Der Nachtflug von Frankfurt nach Doha verläuft relativ entspannt. Allerdings ist es schon ziemlich eng und dadurch unbequem in dem Flugzeug. Die Einreise hingegen wird für einige Reisende zum Fingerabdruck-Trauma. Die Fingerprints werden nämlich bei der Passkontrolle abgenommen. Allerdings dauert es bei einigen Reisenden gefühlte 50-Mal, bis das elektronische Lesegerät sein Okay gibt. In den frühen Morgenstunden kommen wir – nachdem wir recht lange auf die Mein-Schiff-Busse für den Transfer warten mussten, in unserem schwimmenden Hotel an. Vorteil: Man kann erst einmal ausgiebig frühstücken und hat schon früh einen spannenden Blick auf die atemberaubende Skyline von Doha. Wer man kann natürlich auch schon den Tag an Land nutzen. Nachteil: Die Kabine gibt es erst Stunden später, gegen 15 Uhr. Deshalb ist man auch noch mit der eher winterlichen Kleidung aus deutschen Gefilden unterwegs.

Sehenswert schon am frühen Morgen. Die Skyline von Doha.

Also am Pooldeck auf die noch freien Liegen schwingen. Das wird nach dem wenig bequemen Flug dann irgendwann unangenehm. Vielleicht war der Nachtflug doch nicht die beste Idee.

Ab 11 Uhr wird man zum Notfall

Das Schlimmste, was einem vor dem Ablegen passieren kann, sind medizinische Probleme. Bei mir waren es massive Schmerzen im Unterbauch, die sich auch nicht verabschieden wollten. Da lernt man dann mal den Schiffsarzt kennen, der leider nicht dem Bild entspricht, was man in jahrzehntelangem TV-Konsum vom „Traumschiff“ gelernt hat. Traumhaft sind allerdings seine Behandlungszeiten. Diese gehen von 8 bis 11, danach ist dann bis in die Abendstunden Notfallbehandlung angesagt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Behandlung in diesen wirklich ungewöhnlichen Zeiten löst Notfallkosten in Höhe von 300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer aus – natürlich wird man vorab darauf hingewiesen, man sei schließlich eine Privatpraxis. Ich rufe um 11.45 in der Praxis an. Vielleicht sei es möglich, noch eine viertel Stunde zu warten, man sei gerade beim Essen. Ist klar, ein nach den Behandlungszeiten potenzieller Notfall kann warten, Essen geht vor! Dann geht es zum Arzt: Bauch abtasten mit der Diagnose, die Schmerzen kommen vom Rücken – Behandlungszeit: 3 Minuten. Voltaren nehmen und Bewegung ist die Anordnung des Mannes mit dem Minutensatz von 100 Euro. Fazit: Auslandskrankenversicherung dringend empfohlen!    

Ablegen mit der „Großen Freiheit“

Abendliche Atmosphäre an Bord.

Müde, ziemlich geschafft, aber doch glücklich geht es dann am späten Abend auf die Reise. Nach dem Abendessen noch ein Gang mit den Kameras über das beleuchtete Schiff und dann Warten aufs Ablegen.

Ablegen in Doha – Wir kommen zum Ende der Reise aber noch einmal wieder und haben dann einen ganzen Tag Zeit.

Zum Glück ist der erste Tag nicht symptomatisch für die gesamte Tour. Das Ablegen mit der Großen Freiheit vom Grafen gibt einem das Gefühl, dass der Urlaub nun endlich beginnt. Wie es auf der Strecke durch den Orient weiterging, erfahrt Ihr in den nächsten Tagen.

Ein letzter Blick zurück auf Doha.

Mehr lesen

Folge 1: 1001 Nacht 2.0 mit „Mein Schiff“ entdecken

Folge 3: Über den Dächern von Dubai

Folge 4: Dubai im Schnelldurchgang

Folge 5: Abu Dhabi: Ein Traum in Weiß

Folge 6: Dammam – Die Enttäuschung

Folge 7: Doha – Entdecke das moderne Märchen