Das Kirchenquartett

Man muss nicht religiös sein, um sich mindestens vier der wunderbaren Kirchen in Paris anzusehen. Sieht man sie nicht als Andachtsorte oder spirituelle Räume, so kann man sich wenigstens an ihrer Architektur oder ihrer künstlerischen Ausgestaltung erbauen.

Die Kirche „Unserer lieben Frau“

Kathedrale von Notre Dame de Paris.
Kathedrale von Notre Dame de Paris.

Beginnen wir unsere Tour an der Kathedrale „Unserer lieben Frau von Paris“, besser bekannt als Notre-Dame de Paris. Sie ist die Mutterkirche des Erzbistums Paris, wurde in den Jahren 1163 bis 1345 errichtet. Damit gehört sie zu den ältesten gotischen Kirchengebäuden Frankreichs. Besondere Berühmtheit erlangte das Gotteshaus durch den Roman Victor Hugos über den „Glöckner von Notre Dame“. Die letzte frühgotische Kathedrale Frankreichs war auch die dort letzte große Emporenkirche. Der fünfschiffige Innenraum der Kirche weist eine Länge von 130 Metern auf. Das Mittelschiff präsentiert sich mit einer Höhe von 32,5 Metern.

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Victor Hugos 1831 erschienener Roman sorgte übrigens dafür, dass die Kathedrale wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit geriet und so in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine große Renovierungsmaßnahme gestartet werden konnte.

Zu finden: 6 Parvis Notre-Dame – Pl. Jean-Paul II, 75004 Paris

Die Heilige Kapelle

Die Sainte Chapelle, die Heilige Kapelle, befindet sich nur wenige Minuten von Notre Dame entfernt, ebenfalls auf der Île de la Cité, der kleinen Insel inmitten der französischen Metropole. Dieses Kleinod der gotischen Bauweise, im hochgotischen Stil in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet, muss man einfach gesehen haben.

Oberkirche der Sainte Chapelle.
Oberkirche der Sainte Chapelle.

König Ludwig IX. war es, der die zweistöckige Palastkapelle in Auftrag gab, um kostbare Passionsreliquien aufzunehmen. Unter ihnen auch die vermeintliche Spitze der Lanze, die dem römischen Hauptmann Longinus gehört haben soll. Mit ihr soll er als Centurio der römischen Armee, Jesus von Nazareth nach dessen Tod in die Seite gestochen haben.

Die Kapelle besteht aus zwei Stockwerken. Über der niedrigen Unterkapelle liegt die hohe und prachtvolle Oberkapelle. Sie war der Aufbewahrungsort der Reliquien und blieb – trotz oder wegen ihrer Pracht – dem einfachen Volk verschlossen. Heute ist es anders und man kann als Besucher auch die Oberkapelle besichtigen, deren größter Teil ihrer Wände von kostbaren Buntglasfenstern eingenommen wird. Sie sorgen dafür, dass der hohe Raum von überirdisch wirkendem Licht durchflutet wird.

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Zu finden: 8 Boulevard du Palais, 75001 Paris, Frankreich

Das Heilige Herz

Ihr liegt Paris im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen: der Wallfahrtskirche Sacré-Cœur auf dem Hügel von Montmartre. Herrschaftlich erhebt sich das im „Zuckerbäckerstil“ des 19. Jahrhunderts errichtete Gotteshaus über der Stadt. Inspiriert wurde der Entwurf des Architekten Paul Abadie durch die Architektur römisch-byzantinischer Kirchen, wie der Hagia Sophia in Istanbul oder den Markusdom in Venedig.

In der Apsis der Basilika kann man eines der größten Mosaiken der Welt bestaunen. Auf einer Fläche von 475 Quadratmetern hat der Künstler Luc-Olivier Merson das Bild des „Heiligsten Herzens“ geschaffen. Es zeigt Jesus mit flammendem, dornenumkränztem Herzen und weit ausgebreiteten Armen.

Die Kirche ist bei Tag und am Abend ein Anziehungspunkt, insbesondere auch durch ihre Treppenanlage, auf der sich die Menschen niederlasen und den Blick über eine der schönsten Städte der Welt genießen. Hier findet man auch immer wieder Akrobaten und Kleinkünstler, die sich am Beifall ihrer Zuschauer erfreuen.

Zu finden: 35 Rue du Chevalier de la Barre, 75018 Paris, Frankreich

Die Vierte im Bunde – Madeleine

Die Pfarrkirche La Madeleine gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Paris. Die äußere Gestalt der Kirche ist für ein Gotteshaus mehr als ungewöhnlich. Warum das so ist, erfährt man, wenn man sich mit der Bau- und Nutzungsgeschichte von La Madeleine befasst.

Pfarrkirche Le Madeleine in Paris.
Pfarrkirche Madeleine in Paris.

Unter König Ludwig XV. wurde 1764 an dem jetzigen Ort mit dem Bau einer Kirche begonnen. Sie sollte mit ihrer Portikus und einer Kuppel einen monumentalen Blick in der Sichtachse des heutigen Place de la Concorde schaffen. Als die Arbeiten durch Französische Revolution unterbrochen wurden, standen nur Teile der Außenwände und die Säulen der Portikus an der Südseite. Verschiedene Nutzungsideen in der Revolutionszeit wurden nie umgesetzt.

Pfarrkirche Le Madeleine in Paris.
Pfarrkirche Le Madeleine in Paris.

Napoleon I. wollte 1806 unter Verwendung der Fundamente und aufgehender Teile des vorrevolutionären Baus eine Ruhmeshalle für seine Soldaten errichten. Nach dem Russlandfeldzug 1812 änderte Napoleon seine Pläne und wandte sich wieder dem Projekt des Kirchenbaus zu. einer Kirche zurück. Nach weiteren Wirren und Verzögerungen wurde das Gebäude erst am 9. Oktober 1845 als Pfarrkirche geweiht.

Zu finden: Place de la Madeleine, 75001 Paris, Frankreich

Mehr über Paris erfahren Sie in unserer Geschichte „Einblicke in die Stadt der Liebe (Teil 1)“.

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

5 Kommentare

  1. I didn’t make it to La Madeleine but I visited all three of the others last August. I was at a concert in the evening at Sainte Chapelle, but I think I’ll always have a soft spot for Sacre Couer. Climbing all those steps to the top was worth it. 🙂
    Many thanks for the follow. Sorry it took me so long in getting here.

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