Mal wieder mit dem Zug unterwegs quer durch die Republik: Duisburg – Frankfurt –Erfurt, morgen zurück, am Donnerstag Berlin, am Freitag zurück. Da ist man umweltbewusst und will Staustress auf der Autobahn vermeiden – Ergebnis: ins Klo gegriffen.

Noch nicht mal hinter Düsseldorf heißt es bereits: „Wegen eines Notarzt- und Polizeieinsatzes im Gleis wird er Zug über die linke Rheinseite umgeleitet.“ Irgendwie habe ich langsam das Gefühl, das passiert immer dann, wenn ich unterwegs bin.

Im Zug bricht sofort Hektik und Panik aus. Spannend, dabei einmal die Menschen zu beobachten, die in den nächsten Stunden mit mir die Gefangenschaft teilen.

Da sind die Coolen: Völlig entspannt weitertelefonierend, mal eben dem Kunden die zu erwartende Verspätung mitteilen und der Dinge harren, die da kommen.

Da sind die Aufgeregten: „Wir müssen doch unser Flugzeug bekommen, was machen wir denn, wenn das nicht klappt?“

Da sind die Journalisten: „Ich habe einen Interviewtermin in Trier, wie komme ich denn da jetzt hin? Also Frau Soundso, ich komme auf jeden Fall zu spät, ich hoffe, das passt dann noch.“

Und da sind die Hobbyberater: „Warten Sie mal, ich schau mal eben, was ich für Sie machen kann. Das geht, das geht nicht. Wenn Sie von da noch dort wollen,müssen Sie den und den Zug nehmen. Nein, nehmen Sie vielleicht doch besser den anderen Zug.“

Es entsteht eine unglaubliche Dynamik im Zug. Nur einer taucht mehr oder weniger ab: der Zugbegleiter. Fragen werden mit „ich komme dann später noch einmal wieder“ abgebügelt. Meinem Sitznachbarn nutzt das wenig, er muss vorher raus, wenn er irgendwie zu seinem Interviewtermin kommen will. Wenn man den Schaffner dann mal sieht und fragt, wie es denn nun weitergeht, kommt eine dahergebrummte Antwort. Er kann mir zwar einen Anschluss nennen, da er kein Netz hat, aber keine Ankunftszeit. Ein weiteres gern genommenes Problem bei Bahnfahrten.

Fazit: Wenn Sie sich auf die Bahn verlassen, sind Sie oftmals total verlassen. Ich versuche es dennoch weiter und hoffe in dieser Woche irgendwie und irgendwann dort anzukommen, wo ich es möchte.

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

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