Wenn es der Flugplan zulässt, bietet TUI im Frühling und Sommer von der Türkischen Riviera aus, einen eintägigen Ausflug nach Kappadokien an.

(Foto: wukomm)
Unglaubliche Steinformationen findet man überall in Kappadokien (Foto: wukomm).

Sie alle kennen diese unglaublichen Bilder der Feenkamine und der Tuffsteinberge, die das Bild der Landschaft in Zentralanatolien prägen. Kappadokien gehört zu den Gegenden in der Türkei, die man unbedingt einmal gesehen haben muss. Ob es sich lohnt, diese Tour an einem Tag auf sich zu nehmen, will ich gerne beantworten.

Wetter checken

Zunächst einmal sollte man, zumindest, wenn man in den Osterferien unterwegs ist, den Wetterbericht im Blick haben. Sonst kann man einfach diese wundervollen Ausblicke nicht genießen, sich bereits beim Anflug auf den Flughafen von Kayseri erschließen. Im April beeindruckt zunächst einmal der schneebedeckte Gipfel des Hausberges Erciyes. Der erloschene Vulkan mit einer Höhe von 3.916 Metern hat mit seinen Ausbrüchen für die wunderbaren Tuffsteinformationen gesorgt. Übrigens: Früh aufstehen muss man natürlich schon, da der Flug von Antalya nach Kayseri bereits etwa 1,5 Stunden dauert.

Anflug auf Kayseri.
Anflug auf Kayseri.

Die Feenkamine von Göreme

Nach der Landung befindet man sich auf einer Höhe von 1054 Metern und ist gleich verzaubert von den Anblicken. Einer der bekanntesten Orte Kapadokiens ist Göreme mit seiner aus dem weichen Tuff herausgehauenen Höhlenarchitektur und den berühmten Feenkaminen. Der Ort gilt als das Zentrum Kappadokiens und die einzigartigen Felsformationen wurden von der Unesco 1985 zum Weltkulturerbe ernannt.

Tuffsteinformationen bei Göreme (Foto: wukomm).
Tuffsteinformationen bei Göreme (Foto: wukomm).

Tuffstein

Tuffgestein unterschiedlicher Härte bildet die Basis für diese Landschaft: Die Ausbrüche des Vulkans Erciyes und verschiedene Wasserläufe formten über Millionen von Jahren die märchenhaften Gebilde. Dort führten die ersten Christen in dieser Gegend ein Leben in Abgeschiedenheit und fanden Schutz vor ihren Feinden. Sie trieben Kirchen und Kapellen tief in den Stein. In den Wohnanlagen fanden mehrere tausend Menschen Heimat. Man kann die Tuffsteingebilde fast als Niedrigenergiehäuser bezeichnen. Im Sommer halten sie kühl, in den Wintermonaten kühlen sie nicht so stark aus.

Unterirdische Orte

So entstanden große unterirdische Orte wie in Kaymaklı. 36 solcher Städte sind mittlerweile entdeckt worden. Die wenigsten von ihnen sind für eine Besichtigung zugänglich. Angelegt wurden sie wahrscheinlich bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. von den Hethitern. Danach nutzen sie die Urchristen. Die türkischen Bewohner entdeckten sie später als Ställe und Lagerräume. Wegen ihrer konstanten Temperatur von sechs bis acht Grad Celsius waren sie für diese Zwecke gut geeignet.

Kaymaklı wurde Anfang der 1960er Jahre entdeckt und dem Tourismus zugänglich gemacht. Von den acht erschlossenen Stockwerken sind fünf begehbar. Die gesamte Anlage mit einem raffinierten Belüftungssystem versehen. Die Zahl der Bewohner soll Schätzungen zufolge bei 3.000 und 15.000 gelegen haben.

Tanz der Derwische

Kappadokien haben Sie nicht gesehen, wenn Sie nicht beim Tanz der Derwische dabei waren. Der Orden der Dewische geht auf den Dichter Dschelaladdin Rumi, zurück, der als geistiger Vater der Bewegung gilt, die im 13. Jahrhundert nach seinem Tod entstand. Der Derwischtanz ist ein religiöser Ritus und folgt wie ein Gottesdienst festen Regeln. So drehen sich die in tiefer Meditation versunkenen Tänzer immer nur gegen den Uhrzeigersinn. Ihr Kopf ist dabei nach rechts geneigt. Bei der Innigkeit, mit der der Tanz dargebracht wird, hat man übrigens zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einer Touristenattraktion beizuwohnen. Vielmehr fühlt man sich bereichert, an diesem spirituellen Ereignis teilhaben zu dürfen.

Open-Air Museum

Man kann sich kaum vorstellen, was an einem, zugegebenermaßen langen Tag in Kappadokien alles zu bestaunen ist. Auf jeden Fall muss man noch das Open-Air-Museum von Göreme besuchen. Die Klosteranlage aus dem 11.Jahrhundert bietet Einblick in zehn kleinere Kapellen, dazu in Küchenräume und Refektorien. Die kleinen Andachtsräume haben zum Teil die best erhaltensten Fresken Kappadokiens. Lediglich die Tokali-Kirche, die außerhalb des Museumsgeländes liegt, hat die Größe einer normalen Kirche und ebenfalls wunderbare Wandbemalungen.

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Blaue Stunde

In so einem Moment glaubt man irgendwann, wann hat alles gesehen. Auf dem Rückweg Richtung Kayseri bietet uns der Reiseleiter zur „blauen Stunde“ noch einmal unfassbare Einblicke in die unglaubliche Schönheit Kappadokiens.

Was bleibt

Erinnerungen an einen faszinierenden Tag bleiben, an einen der schönsten Ausflüge, die ich in meinem Reporterleben mitgemacht habe. Aber auch ein wenig Wehmut beim Abschied von Kappadokien. Was man nämlich an einem Tag nicht schafft, ist die Ballonfahrt über diese zauberhafte Landschaft. Für den Fall hat TUI aber auch 2-tägige Touren im Angebot, oder mal eine ganze Woche in dem Märchenland. Uns bleibt heute nur der Andenkenstand mit den kleinen Ballons und die Spitze der Moschee in unmittelbarer Nähe, um wenigstens das Gefühl einzufangen.

(Foto: wukomm)
In echten Ballons kann man auch über Kappadokien fahren, das schafft man aber nicht bei der Ein-Tages-Tour (Foto: wukomm).

Zum Abschluss noch mal ein Blick auf die Karte Kapadokiens und auf die Orte, die wir zum Teil auch besucht haben.

Übersichtskarte von Kappadokien (Grafik: Maximilian Dörrbecker)
Übersichtskarte von Kappadokien (Grafik: Maximilian Dörrbecker)

Lange Nacht

Bis man dann zurück im Hotel ist, ist es gegen 1 Uhr in der Nacht. Man ist müde und erschöpft, aber glücklich einen solchen Tag erlebt zu haben.

Gegen 00.00 Uhr landet das Flugzeug wieder in Antalya.
Gegen 00.00 Uhr landet das Flugzeug wieder in Antalya.
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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

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