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Side ist einer der bekanntesten Urlaubsorte an der Türkischen Riviera. Etwa eine Fahrstunde von der Provinzhauptstadt Antalya entfernt und auf etwa halbem Weg nach Alanya findet man Side unweit der Stadt Manavgat. Eigentlich heißt der auf den Ruinen der antiken Stadt Side im Jahre 1895 gegründete Fischerort heute Selimiye. Gesprochen wird aber immer nur von Side. Das heißt auf Griechisch „Granatapfel“. Der Zeitpunkt der ersten Besiedlung Sides ist unklar. Er wird nach verschiedenen Quellen zwischen dem Jahr 1400  und dem 7. Jahrhundert vor Christi Geburt datiert. In der römischen Epoche entstanden viele der heute noch als Ruinen vorhandenen bedeutenden Bauwerke. Im 5. oder 6. Jahrhundert war Side sogar Sitz eines christlichen Bischofs. Viele der im 10. Jahrhundert n. Chr. verlassenen Stadt wurden durch ein Erdbeben etwa 200 Jahre später vollständig zerstört. Seit 1966 steht das antike Side unter dem Schutz der UNESCO.

Wer Urlaub in Side macht, atmet Geschichte und deshalb ist dieser historische Exkurs unerlässlich. In den 1970er Jahren entdeckte man hier, wie in der gesamten Küstenregion den Tourismus. Seitdem hat sich Side mit vielen Ortsteilen nach Westen und Osten ausgedehnt. Side begeistert durch seine Strände, die zum größten Teil aus feinem Sand bestehen, erst weit im Osten der Stadt, bei dem Strandabschnitt Titreyengöl wird der Sand mit Kieseln durchsetzt. Die zum Teil sehr gut ausgebaute Promenade gibt die Möglichkeit zum gemütlichen flanieren, aber auch das Laufen am Strand ist immer wieder ein Erlebnis. Die meisten der Hotels in Strandnähe weisen die türkische Kategorie 5-Sterne aus. Hier findet jeder Urlauber das, was er sucht. Familienhotels mit gigantischen Poolanlagen und riesigen Wasserrutschen gibt es rund um Side ebenso wie 18plus-Hotels, die eher für kinderlose Paare und ältere Menschen Erholung bieten. In der Stadt Side selbst, aber auch in den angrenzenden Ortsteilen hat sich in den vergangenen Jahren eine großflächige Infrastruktur mit den unterschiedlichsten Geschäften gebildet. Waren es Anfang der 90er Jahre noch zumeist Teppichhändler, Gold- und Ledergeschäfte, die das Verkaufsangebot prägten, bestimmen heute unterschiedliche Läden das Bild. Neben den unvermeidbaren T-Shirt- und Uhrengeschäften, in denen man „nachgemachte Waren“ in einer zumeist guten Qualität erwerben kann, werden hier jetzt auch im großen Stil Brillen angeboten. Und das zu Preisen, die bei der Hälfte vergleichbarer Angebote auf dem deutschen Markt liegen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Der Service der Betriebe und die Qualität der Sehhilfen sind durchweg gut. Hier wie überall sollte man sich einen „Händler des Vertrauen“ suchen, denn auch in diesem Marktsegment gibt es natürlich schwarze Schafe.

Side bietet neben dem entspannenden Strandleben eine Fülle von Möglichkeiten für Ausflüge in die Geschichte oder die aktuelle Lebenssituation der Menschen im landwirtschaftlich geprägten Hinterland. Einige dieser Ausflüge werde ich in eigenen Blogbeiträgen beschreiben. Die Ausflüge kann man bei lokalen Anbietern oder den Reiseveranstaltern buchen. Vieles lässt sich aber auch mit einem guten Reiseführer in Buchform oder als App mit einem gemieteten Auto selbst erleben.

Kritik: Bei aller Liebe zu Side sei auch ein kritisches Wort angebracht. Die überbordende Bautätigkeit macht Angst. Wenn man das Foto in der Bildergalerie sieht, das die Häuser und menschenleere Ortschaft Kumköy im Jahre 1992 zeigt, und nun die Hotelpaläste und Einkaufspassagen betrachtet, die dort entstanden sind, fragt man sich, wohin dies führen soll. Die Attraktivität der alten Steine und der tollen Strände wird an vielen Stellen regelrecht kaputtbetoniert.

Ausflugs- und Sightsseingtipps:

Antikes Side – Ruinen der alten Stadt mit vielen interessanten Bauwerken, einem eindrucksvollen antiken Theater und einer auf einer Landzunge gelegenen Akropolis. Antalya – Provinzhauptstadt mit einer schönen und sehenswert restaurierten Altstadt und einigen ansehnlichen Wasserfällen in der näheren Umgebung.

Alanya – Eine der Perlen an der Türkischen Riviera mit einer bestaunenswerten Festung, beeindruckenden Bootsausflügen in einer Region, in der inzwischen viele Deutsche eine zweite Heimat gefunden haben.

Perge – Antike Stadt mit Ruinen in unterschiedlichem Erhaltungszustand, Theater, Stadion, Agora, Stadttor.

Aspendos – Antike Stadt mit besonders sehenswertem römischen Theater, dessen Bühnenhaus noch in voller Höhe erhalten ist, beeindruckende Akkustik.

Ormana – Ort im Taurusgebirge und Ziel eines neuen Ausflugs, der bei TUI „Geheimnis von Ormana“ heißt. Von einer Bootsfahrt in die Höhle eines unterirdischen Flusses bis hin zu einer Hochebene mit Wildpferden: eine Tour, die sich lohnt! Der Veranstalter „vianobilis travel“ ist für seine erlebnisreichen Ausflüge mit sehr guter Reiseleitung bekannt.

Taurus Deluxe – Der gleiche Veranstalter wie beim Geheimnis von Ormana bringt seine Gäste mit großen geschlossenen Jeeps (z.T. Amarok), die diese auch selbst fahren können, in die wundervolle Landschaft des Taurusgebirges. Holprige Straßen, die antike Stadt Selge, die Adlerschlucht und malerische Ausblicke sind bei schönem Wetter garantiert.

Kapadokien – Neu im Ausflugsproramm ist auch die eintägige Tour nach Kapadokien. Der Ausflug ist anstrengend, da er gegen 6 Uhr in den Hotels beginnt und man erst nach 24 Uhr zurück ist. Der Flug von Antalya nach Keyseri und zurück ist zwar mühevoll. Die wunderschöne Landschaft mit Feenkaminen, Tuffsteinhöhlen, alten Kirchen und unterirdischen Städten ist indes jede Mühe wert.

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

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