Saalbach Hinterglemm: 1973 trifft 2015
(Folge 1)

Wissen Sie noch, was Sie 1973 gemacht haben? Damals gab es die erste Ölkrise, die Watergate-Affäre, und den Putsch in Chile. Ich war 12 und hatte mit alledem nichts zu tun. Ich ging aufs Gymnasium und freute mich, wenn meine Eltern mit mir in Urlaub fuhren. Das war, der Selbstständigkeit meines Vaters geschuldet, nicht zu oft der Fall. Zum 60. Geburtstag gönnte er sich dann aber mal eine Auszeit und wir reisten zu dritt nach Saalbach Hinterglemm. 42 Jahre sind seitdem vergangen. Meine Eltern leben leider nicht mehr und Kindheitserinnerungen sind oft so anders, als die der Erwachsenen: verspielter, träumerischer, verklärender.

Die Vergangenheit mit Kinderaugen sehen.
Die Vergangenheit mit Kinderaugen sehen.

Reise in die Vergangenheit

So bin ich neugierig, was von den Gedankenfragmenten wieder auftaucht, wenn ich mich auf die Reise in die Vergangenheit begebe. Und tatsächlich: Schon auf der Anfahrt holen mich viele Erinnerungen ein. Ich fahre durch Orte wie Ellmau, Going und St. Johann. Auch dort war ich mit meinen Eltern im Urlaub. Da mich meine Frau Claudia begleitet, kann ich meine Gedanken unmittelbar mit jemandem teilen. Das macht so manche wehmütige Erinnerung verdaulicher.

Vorbei am Wilden Kaiser führt der Weg durch die Vergangenheit.
Vorbei am Wilden Kaiser führt der Weg durch die Vergangenheit.

Was von damals bleibt

Und ich stürze mich sofort auf das, was mir in Saalbach noch präsent ist: das „Haus Bergheim“, oberhalb der Hauptstraße. Hier haben wir damals gewohnt. Zwei Wochen, oder drei, ich weiß es nicht mehr. Aber ich erkenne das Haus sofort wieder. Dabei hilft mir ein Bild, das ich in einem alten Fotoalbum gefunden habe. Es zeigt meine Eltern an dem kleinen Bilderstock vor dem Haus. Fotos bringen weitere Erinnerungen mit sich: an schöne Abende mit dem herzlichen, Tuba spielenden Pensionswirt Höller im Frühstücksraum des Hauses. Und an Marianne, die Tochter der Höllers, die ich, der pubertierende Junge, damals kurz im Arm halten durfte.

1973 ins Jetzt zurückgeholt. Heute stehe ich an der Stelle, an der ich damals meine Eltern fotografierte.
1973 ins Jetzt zurückgeholt. Heute stehe ich an der Stelle, an der ich damals meine Eltern fotografierte.

Zugewandt und authentisch

Zugewandt und authentisch – so habe ich die Menschen hier damals erlebt. Viele Begegnungen und Gespräche nach 42 Jahren zeigen mir, dass diese Tradition der Gastfreundschaft im Pinzgau weiterhin gepflegt wird.

Stimmung rund um den Markt

Und gleich am ersten Abend präsentiert sich auch Hinterglemm mit seinem sympathischsten Gesicht. Am Marktabend, der immer montags stattfindet, sorgen Straßenmusikanten und Verkaufsstände dafür, dass die in den Sommermonaten – im Vergleich zur Skisaison – eher ruhigere Atmosphäre aufgebrochen wird. Die Terrassen der Lokale sind gut gefüllt und die Stimmung der Gäste ist ausgezeichnet.

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Fazit

Eine Reise in die Vergangenheit bringt viele, auch wehmütige Erinnerungen mit sich. Vor allem ruft sie viele längst vergessene Bilder in dir zurück. Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen, erst recht, wenn dieser Weg nach Saalbach Hinterglemm führt.

Titel 1

Lesen Sie auch die übrigen Folgen meiner Zeitreise:

Folge 2: Die Joker Card ist Ihr Trumpf
Folge 3: Früher war die Oma hier
Folge 4: Die Rückkehr der Jedi-Ritter
Folge 5: Früher war mehr Wandern
Folge 6: Best of Saalbach Hinterglemm

Der Tourismusverein Saalbach Hinterglemm hat mich bei dieser Reise in die Vergangenheit unterstützt.
Hierfür herzlichen Dank.

Fotos: Claudia und Heinrich Wullhorst für WuKomm, Archivbilder Familie Wullhorst

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

7 Kommentare

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