Saalbach Hinterglemm: 1973 trifft 2015
(Folge 3)

Beim Blättern in meinem Fotoalbum mit Bildern aus dem Jahre 1973 entstand meine Idee, einmal wieder nach Saalbach Hinterglemm zu fahren. Es waren Fotos von Menschen , Häusern und Landschaften, die in mir leise Erinnerungen weckten, ohne wirklich die Frage zu beantworten: Wie war es da eigentlich? Und vor allem, wo war das denn alles genau? Der Tourismusverein Saalbach Hinterglemm, der mich bei meiner Reise in die Vergangenheit unterstützt hat, konnte zumindest zum Teil zuordnen, wo welches Foto entstanden ist.

Kohlmaishüttentour

Also machen wir – meine Frau Claudia und ich – uns in Saalbach Hinterglemm auf den Weg zu den Orten, an denen damals auf den Auslöser gedrückt wurde. Als erstes geht es auf den Kohlmaiskopf, natürlich kostenlos mit der genialen Joker Card.

Mit der Gondelbahn geht es hinauf auf den Kohlmaiskopf.
Mit der Gondelbahn geht es hinauf auf den Kohlmaiskopf.

Wir nehmen die Gondelbahn und steigen an der Mittelstation aus. Nur wenige Schritte entfernt, finden wir die Asteralm. Von hier aus erschließt sich eben genau dieser Blick ins Tal, den wir auf einem der alten Bilder ausfindig gemacht haben.  Hier muss das Foto mit meiner Mutter und mir 1973 entstanden sein. Ich spreche die Bedienung darauf an: „Ich war 1973 zum letzten Mal hier.“ Ihre Antwort: „Mei, da hat die Oma die Hütt’n noch g’habt.“

Die Berge haben sich kaum verändert.
Die Berge haben sich kaum verändert.

Vielleicht nicht wirklich charmant 😉 (aus der Sicht des Betrachters), aber herzerfrischend ehrlich, die junge Dame. So eine Antwort reißt einen dann schon aus der Nostalgie und lässt dich hart in der Realität aufschlagen. 42 Jahre sind wirklich eine lange Zeit, in der natürlich drei Wirtegenerationen auf einer solchen Hütte tätig sind. Drei Generationen: So alt fühle ich mich doch eigentlich noch gar nicht. Und noch eines stelle ich fest. Seit damals bin nicht nur ich gewachsen, auch die Bäume sind es. Genau wie ich: sowohl in der Höhe als auch in der Breite.

Die Asteralm in der Nähe der Kohlmaiskopf-Mittelstation.
Die Asteralm in der Nähe der Kohlmaiskopf-Mittelstation.

Tolle Sicht

Also weiter geht’s, und da man ja doch nicht mehr so jung ist und eben in Besitz der Joker Card, natürlich bergauf und selbstverständlich mit der Gondelbahn. Die Kohlmaiskopfbergstation befindet sich auf 1794 Metern. Von dort aus hat man einen grandiosen Blick auf die Berge der Umgebung.

Die Blick auf der Berge ist immer wieder ein echter Urlaubsgenuss.
Die Blick auf der Berge ist immer wieder ein echter Urlaubsgenuss.

„Montellino’s Erlebnisweg“

Um es den im Wandern nicht so geübten Touristen nicht zu schwer zu machen und Kinder mit ihren Eltern zum Wandern zu begeistern, hat man dort oben den „Montellino’s Erlebnisweg“ gebaut. Auf 2,2 Kilometern führt er entlang am „Familienwanderweg“ und bietet von der Berg- zur Mittelstation jede Menge interessante Spielstationen. Hier erlebt man dann auch einmal den ein oder anderen Erwachsenen, der sich deutlich überschätzt, als er zum Beispiel eine lange Rutsche zum eigenen Vergnügen nutzt. In der prallen Sonne wird ihm da schnell das Hinterteil heiß.

Ein Erlebnisweg extra für Kinder gestaltet, erhöht den Spaß am Wandern.
Ein Erlebnisweg extra für Kinder gestaltet, erhöht den Spaß am Wandern.

Pause muss sein

Auf jedem noch so kurzen Weg müssen Pausen sein. Weitere Hütten bieten Einkehrmöglichkeiten bei frischer Buttermilch und einem tollen Essensangebot. Buttermilch, die gehört irgendwie zu den Kindheitserinnerungen dazu, genau wie die Almdulder-Limonade und der Geruch nach frischem Heu. Kleine Almen, große Hütten, mit frischer Milch, quasi direkt aus der Kuh. Auch das gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen eines Urlaubs in den Bergen und zu den unauslöschlichen Erinnerungen bei einer Zeitreise zurück in das Jahr 1973. Genau so wie ab und zu eine kleine Kapelle, ein guter Anlass dort hineinzugehen und dem lieben Gott für die wunderbare Schöpfung zu danken.

Kapellen in den Bergen bringen Gott und seine Schöpfung zusammen.
Kapellen in den Bergen bringen Gott und seine Schöpfung zusammen.

Blick übers Glemmtal

Auf dem Weg zurück zur Mittelstation sollte man unbedingt noch auf der Panoramalm (www.panorama-alm.at ) eine Pause einlegen. Von hier aus hat man nicht nur einen traumhaften Blick über das gesamte Glemmtal. In dem kleinen Biobadeteich kann man sogar auf 1.650 Metern über dem Meeresspiegel ein erfrischendes Bad genießen. Auch etwas, was man als Kind sicherlich sofort genutzt hätte und man sich heute, als Erwachsener, nicht mehr traut.

Blick von der Panoramaalm ins Glemmtal.
Blick von der Panoramaalm ins Glemmtal.

Glückliche unbeschwerte Kinderzeit. Ein keines Bergbauernmuseum hilft dabei, den Blick darauf zurückzulenken, wie vor 42 Jahren oder noch früher auf einer Alm gearbeitet wurde. Da stand sicherlich die harte Arbeit mehr im Mittelpunkt als das sicher damals schon hervorragende Panorama. Für die Kids gibt es noch einen Streichelzoo und an jedem Montag gibt es ein besonderes Ereignis: Dann findet auf der Panoramahütte eine Greifvogelschau statt.

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Eine Hütte weiter

Die nächste Hütte auf dem Weg zurück zur Mittelstation, die Ederalm (www.ederalm.at ), muss ebenfalls erwähnt werden. Auch hier gibt es eine phantastische Buttermilch, im Mix mit Heidelbeeren ein fruchtig erfrischendes Sommergetränk.

Fazit: Man kann es ruhig angehen lassen in Saalbach Hinterglemm. Viele Wege sind für Familien geeignet oder extra für Kinder als Erlebniswege gestaltet. Statt des kurzen Erlebnisweges bietet sich für Familien, die etwas mehr gehen wollen, die Kohlmaisrundtour über fast 10 Kilometer an. Wir hätten uns damals als Kinder sicher über die vielen Abwechslungen vom sturen bergauf-bergab Laufen gefreut.

Saalbach Hinterglemm
1973 – 2015: Eine Reise in die Vergangenheit.

Lesen Sie auch die übrigen Folgen meiner Zeitreise:
Folge 1: Watergate und ich
Folge 2: Die Joker Card ist Ihr Trumpf
Folge 4: Die Rückkehr der Jedi-Ritter
Folge 5: Früher war mehr Wandern
Folge 6: Best of Saalbach Hinterglemm

Der Tourismusverein Saalbach Hinterglemm hat mich bei dieser Reise in die Vergangenheit unterstützt.
Hierfür herzlichen Dank.

Fotos: Claudia und Heinrich Wullhorst für WuKomm

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

6 Kommentare

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