In den frühen Morgenstunden des Gründonnerstags, dem 24. März, erreichen wir die Insel Santiago mit der Hafenstadt Praia. Sie ist seit dem Jahre 1858 die Hauptstadt der Kapverdischen Inseln. Santiago gilt als das landschaftlich abwechslungsreichste Eiland der Kapverden. Hier findet man sowohl trockene Steppengebiete als auch fruchtbare Täler und Hochebenen. Überragt wird alles von der Gebirgslandschaft der Serra Malaguente. Die portugiesische Prägung der Insel ist weniger stark als die von Sao Vincente, die wir am Vortag besucht haben. Auf Santiago werden die afrikanischen Einflüsse deutlicher spürbar. Dies hängt damit zusammen, dass die Insel viele Jahre lang das Zentrum der Sklaverei war. Heute verdienen die Menschen hier ihr Geld im wesentlichen mit der Landwirtschaft. Neben Produkten für den eigenen Bedarf werden Bananen, Zuckerrohrschnaps, Thunfisch und Langusten in alle Welt exportiert.

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Zeit auf dem Balkon

Da uns, was man von Afrika ja zunächst einmal gar nicht erwartet, die Sonne am heutigen Vormittag nur recht bescheidene Grüße schickt, verbringen wir die Zeit nach dem Frühstück und bis zum Start unseres Ausflugs auf dem Balkon unserer etwa 17 Quadratmeter großen Kabine. Mein Schiff 4 verfügt insgesamt über 957 Balkonkabinen, weitere 97 Außen- und 123 Innenkabinen. Dazu kommen 64 Junior-Suiten und 14 Suiten.

Mit dem Jeep über Santiago

Am Mittag startet dann unser Tagesausflug der schlicht mit dem Namen „Jeep-Expedition“ überschrieben ist. Wir widmen uns heute dem Hinterland von Praia. Der geschlossene Geländewagen mit unserem Fahrer holpert zu 80 Prozent der Strecke über unbefestigte Straßen. Bei schönem Wetter ist die Fahrt mit dem Jeep sicherlich ein tolles Naturerlebnis. Bei Temperaturen um die 20 Grad und sehr starkem Wind wird das Aussteigen allerdings nicht immer zum Vergnügen. Dabei haben wir am Anfang Hoffnung, dass uns die Sonne heute doch noch hold ist. Bei unserem ersten Stopp am Strand von San Tomé scheint sie, noch ein wenig schüchtern vom Himmel und ist damit beschäftigt, die  dichten Wolken zu verscheuchen, was am Ende bedauerlicherweise nicht gelingen wird.

China hilft?

Weiter geht es mit den Jeeps vorbei an Häusern, die belegen, dass die Menschen hier überwiegend arm sind. „Wir sind zwar arm, aber wir haben eine große Freude am Leben“, sagt unser Reiseleiter Alberto. Er beschreibt die Unterschiede der Kapverdischen Inseln, die zum großen Teil durch Einflüsse von Kolonialismus und Migration bedingt sind. Das betrifft sowohl den Lebensstandard der Menschen als auch die Hautfarbe. Von hellhäutigen mit blonden Haaren bis zu sehr dunkelhäutigen Menschen sei alles dabei. Der Reiseleiter beschreibt auch ein Problem, das durch einen sehr starken wirtschaftlichen Einfluss der Chinesen auf den Inseln besteht. Nicht nur dass sie in den letzten 40 Jahren in großem Maße von ihren Fischereirechten Gebrauch gemacht haben. Auch schaffe das Engagement aus dem Reich der Mitte nur wenige Arbeitsplätze für die Einwohner der Kapverden.

Porta Santa auf Santiago

Schöner als der Strand von Sao Tomé ist der von Sao Francesco. Auch hier fehlt uns allerdings die Sonne, um einen richtigen Eindruck von den landschaftlichen Schönheiten der kleinen Insel zu gewinnen.

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Weiter geht es mit den Jeeps zu einem ehemaligen Leuchtfeuerhaus, das zur Warnung für Schiffe, ähnlich wie ein Leuchtturm, im Osten der Insel errichtet ist. Das Gebäude hat seine besten Zeiten allerdings schon länger hinter sich.

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Porta Santa

Gegen Ende unserer Tour erreichen wir die Kirche „Nostra Senhora da Luz“. Hier fällt die leider geschlossene Tür des Gotteshauses auf, die durch die nebenan angebrachte Hinweistafel als „Porta Santa“ ausgewiesen wird. Heilige Pforten sollen die Bistümer nach dem Willen von Papst Franziskus in diesem von ihm ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ausdrücklich benennen. Die Botschaft des Heiligen Vaters ist offenbar selbst in diesem entlegenen Winkel des Atlantik angekommen.

 

Tagesfazit

Der Ausflug mit dem Jeep über die Insel Santiago ist in jedem Fall lohnenswert. Bei besserem Wetter kann man die wunderbaren Fotomotive sicherlich noch schöner einfangen. Aber nicht nur die Tour mit dem Geländewagen sondern auch sonstige Besichtigungstouren auf der Insel haben ihren Reiz, wenn man etwas von der Besonderheit der Kapverden erspüren will.

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Weitere Links zu dieser Tour findet Ihr hier:

Kanaren, Kapverden, Senegal

All my bags are packed

Unterwegs mit Erdogan und Verspätung

Auf geht’s

Auf dem Weg zu den Kapverden

Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, …

Facebook becomes real

Mein Opa hat 52 Kinder

Wir danken TUI CRUISES für die Unterstützung.

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Geschrieben von wukomm

Kommunikations- und PR-Berater, Journalist und Blogger. Als Kind des Ruhrgebiets immer für ein offenes Wort zu haben.

8 Kommentare

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