
Heute sind wir auf La Gomera unterwegs. Ein traumhafter Sonnenaufgang beschert uns den Blick, der uns am Tag zuvor auf Teneriffa verwehrt blieb: Von unserem Balkon aus sehen wir den Pico del Teide, den höchsten Berg Spaniens.

Unsere Reiseführerin Katja, mit der wir die „Große Inselrundfahrt“ unternehmen, stammt aus Bad Nauheim. Aus Liebe zu einem Mann ging sie nach La Gomera. „Der Mann ist weg, aber die Liebe zur Insel ist geblieben“, beschreibt sie, warum sie nach 14 Jahren immer noch auf La Gomera lebt.

Löwenkopf
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir zu den schönsten Aussichtspunkten der Insel. Katja zeigt uns die Roques, die Bergspitzen, die aussehen wie Löwen oder Sombreros. Besonders steil und gefährlich erscheint der Roque de Agango. Hier sind die jungen Gomeros früher hochgeklettert, um den am Fuß des Felsens wartenden Jungfrauen eine seltene Blume zu pflücken. Endete der Initiationsritus nicht tödlich, führten die Damen sie in die Geheimnisse der Liebe ein.
Grüne Insel
Weiter geht unsere Tour über die Insel, die wie die kanarischen Schwestern, vulkanischen Ursprungs sind. 1487 Meter ist die höchste Erhebung auf La Gomera. Die Schluchten, die die Vulkane in die Insel getrieben haben, sind bis zu 800 Metern tief. La Gomera ist ein kleines Eiland. Sie hat eine Fläche von nur 373 Quadratmetern. Mit 22 Kilometern in der Breite und 24 in der Länge entspricht sie in etwa den Ausmaßen von Duisburg. Der ständig 22 Grad warme Kanarenstrom im Atlantik und die Passatwinde sorgen dafür, dass die Insel immer mit der ausreichenden Wärme und Feuchtigkeit versorgt wird. „Deshalb ist La Gomera so grün“, berichtet Katja begeistert.
„Etwa 33 Prozent der Gomeros tragen noch die Gene der Ureinwohner in sich“, beschreibt die Deutsche. Diese kamen, neusten Forschungen folgend, möglicherweise aus dem marokkanischen Rif-Gebirge. „Wahrscheinlich wurde Gomera zunächst von den Berbern, dem Nomadenvolk aus dem Nordwesten Afrikas besiedelt.“
Der Tafelberg
Katja weiß viel über die Geschichte der Guanchen, die hier friedlich und unbehelligt gelebt haben, bis die Spanischen Eroberer ihren Traum zerstörten und die letzten von ihnen, nachdem sie sich fast 100 Jahre gewehrt hatten, sich vom Heiligen Tafelberg der Insel, dem Fortaleza, stürzten.

Gomerische Töpferkunst bestaunen wir in dem kleinen Ort El Cercado. Aus einer der drei nebeneinander liegenden Töpferwerkstätten kann man sich gut ein Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen.
Tal des Königs
Von dort aus fahren wir ins Valle Gran Rey, ins Tal des Großen Königs. Es ist nach dem Guanchernhäuptling Hupalupa benannt. Viele Deutsche haben in dem wunderbaren Barranco ihre Heimat gefunden. Mehrere Orte ziehen sich durch die Schlucht der gefühlt 100.000 Palmen. In deren Mitte findet man ein Bauwerk des bekannstesten Sohnes der kanarischen Schwester Lanzarote. Caesar Manrique hat auch auf La Gomera einen der für seine Architektur typischen Aussichtspunkte geschaffen, an dem man nicht vorbeifahren sollte.

Am Ende des Tals trifft man auf einen wunderbaren Strand mit schwarzem Lavasand. In den dortigen, gemütlichen Cafés sollte man auf jeden Fall eine der lokalen Spezialitäten probieren: den Baraquito.

Info Rezept Baraquito:
80 ml | Espresso |
1 cl | Likör, (Licor 43) |
3 TL | Kondensmilch, gezuckerte |
30 ml | Milch, warme, aufgeschäumt |
1 Stück(e) | Limettenschale, (ca. 0,5 cm) |
1 Prise(n) | Zimtpulver |
In ein Kaffeeglas mit ca. 180 ml Volumen zuerst die gezuckerte Kondensmilch einfüllen und dann den Espresso. Darauf kommt der Licor 43. Mit dem Milchschaum vorsichtig abdecken und mit Zimtpulver bestreuen. Das Stück Limettenschale auf den Milchschaum legen oder auf einem Löffel dazu servieren und später unterheben. Vor dem Trinken umrühren.
Quelle: http://www.chefkoch.de/rezepte/1988541322315432/Barraquito.html
Gepfiffen
Weiter geht es zu dem auf solchen pauschal gebuchten Ausflügen unvermeidbaren Mittagessen. Es ist relativ unspannend. Interessant ist aber die Vorführung der alten Sprache „El Silbo“. Sie geht auf die Kommunikation der Ureinwohner der Insel, der Guanchen, zurück. El Silbo entwickelte sich aus der Notwendigkeit heraus, sich über die vielen tiefen und weiten Schluchten der Vulkaninsel zu verständigen. El Silbo schützte die Menschen vor den Spanischen Eroberern und warnte vor Piratenüberfällen. Heute wird die Sprache wieder in der Schule gelehrt. Diejenigen, die sie benutzen, nennt man Silbadores (die Pfeifer).

Kekse am Mirador
Mit dem Ende des Mittagessens verlässt uns das schöne Wetter und schlägt in heftigen Regen um. So ist auch der Aussichtspunkt im Nationalpark Garajonay in Wolken gehüllt. Dort sind die wunderbaren, selbstgemachten Kekse zu empfehlen, die deutlich besser schmecken, als sie aussehen.
Läuse in Lippenstiften
Auf dem Weg zurück zum Schiff zeigt uns Katja noch die Cochenillelaus. Kakteen sind die Wirtspflanze der kleinen Lebewesen. Diese Läuse sind der Lieferant für einen natürlichen roten Farbstoff. Früher würde er für die roten Lippenstifte berühmter Marken benutzt.
Zum Abschluss beweist uns unsere Reiseführerin noch, dass La Gomera eine Bananeninsel ist.

Wieder zurück auf Mein Schiff 4 stellen wir fest: Es war ein wunderbarer Tag auf La Gomera. Wir haben uns im Handumdrehen in die Insel verliebt und kommen wieder! Dank an Katja für die wunderbare Führung über ihr La Gomera!

Weitere Links zu dieser Tour findet Ihr hier:
Unterwegs mit Erdogan und Verspätung
Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, …
Wir danken TUI CRUISES für die Unterstützung.
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